Doulay

Eines der schönsten und geheimnisvollsten Völker von Tamarillo sind die Doulay. Sie leben vor allem an der Ostküste, aber auch auf einigen kleinen Inseln davor.

Doulay sind Reptilien, also wechselwarme Wesen. Ihr Kopf ähnelt oberflächlich dem eines Gavials (eines indischen, fischfressenden Krokodils). Ihre lange, dünne Schnauze und die großen, dunklen Augen lassen sie geheimnisvoll und unnahbar wirken.
Ihr schlanker, geschmeidiger Körper ist von zarten Schuppen bedeckt, die von einem milchigen Weißlichgrün bis zu einem fast schwarzen Grün alle Grüntöne besitzen können. Ganz selten werden auch völlig weiße Doulay geboren - dies wird als Zeichen der Götter gedeutet, dass jener unter der besonderen Gunst der mächtigen Wesen stehe.

Die Doulay leben - wie zu erwarten - vor allem vom Fischfang. Ihre bauchigen Fischerboote sind erstaunlich seetüchtig und fahren bis weit in den Ozean hinaus.

Doulay können bis zu 20 Minuten die Luft anhalten. Obwohl sie keine Schwimmhäute besitzen, verfügen sie doch über ausgezeichnete Schwimm- und Tauchkünste - nicht zuletzt dank ihres langen, seitlich abgeflachten Schwanzes.

Die Doulay haben erst vor kurzem die Herstellung von Bronze entdeckt und besitzen daher noch viele Charakteristika einer Steinzeitkultur.

Sie glauben an ein Pantheon von Göttern, dem der mächtige O´osonkar vorsteht, der Häuptling der Götter.
Seine Kinder Mapsu (der Gott des Meeres), Ruthollca (die Göttin der Seefahrt) und M´cfr (der Gott der Stürme) sind mit nur unwesentlich weniger Macht ausgestattet.

Selten wird hingegen zu ihrer Mutter - und O´osonkars Gattin - Amaar gebetet, die für die Fruchtbarkeit steht und vor allem von den Frauen verehrt wird.

Und O´osonkars verdorbener Bruder, der bösartige Zsenkr, wird nur von einigen wenigen als abartig bezeichneten Doulay angebetet, die ihm sogar andere intelligente Wesen opfern.

Ihre einfachen Hütten flechten die Doulay aus Pflanzenfasern, die sie von den Küstenpflanzen ernten, allen voran der zähen Impanna-Palme, die bis weit in den Nordosten von Tamarillo vorkommt.

Politisch sind sie erstaunlich organisiert - in einem Dorf an der Ostküste residiert der oberste Priester des O´osonkar, dem sogenannten Napesanak, der von nahezu allen Doulay als oberste Autorität anerkannt wird. Natürlich ist das von einem geordneten Staatswesen immer noch weit entfernt - und doch pilgern viele Stammesführer samt Gefolge zur heiligen Stätte, um beim Napesanak um Rat und Hilfe anzusuchen.

Vor etwa ... Jahren hat sich eine Gruppe von Doulay vom Glauben an die alten Götter losgesagt und ist mit einer kleinen Flotte von Booten gen Osten gefahren.
Man hat seitdem nichts mehr von ihnen gehört - es gibt jedoch Gerüchte bei anderen seefahrenden Völkern, über eine mächtige Inselkultur dieser reptilischen Wesen, die sogar über Waffen aus reinem Kristall verfügen und von einem der wenigen großen Drachen beschützt werden soll.

Abgesehen von diesem Schisma führen die Doulay jedoch ein recht friedliches Leben, nur ab und zu unterbrochen von den Sklavenschiffen aus Cilithien, denn die Doulay geben beliebte und wertvolle Diener ab, die auf den Sklavenmärkten Höchstpreise erzielen.

Eine die Doulay auszeichnende Eigenschaft ist ihre "Gelege-Familie":
alle weiblichen Doulay (Doulay-Am im Gegensatz zu den männlichen Doulay-Os) suchen zum Zeitpunkt der Eiablage nach einem geiegneten Ort (favorisiert sind feucht-warme Höhlen mit sandigem Untergrund) und bereiten gemeinsam ein Nest für die Eier vor. Nach der Eiablage verbleiben die erfahrensten Doulay-Am als Beschützer des Geleges vor Ort und bauen sich für einen Zeitraum von 35 Tagen (die Reifezeit der Eier beträgt 32 Tage) einen Unterschlupf vor der Höhle. Hier warten sie auf die geschlüpften Jungen und tragen schon vorsorglich einen Nahrungsvorrat zusammen.
Junge, die nach 35 Tagen nicht den Ausgang der Höhle gefunden haben, gelten als vermisst und werden als Doulay-Zse bezeichnet.
Da nun die Doulay keinen Bezug zwischen den "Eltern" und den "Kindern" besitzen, gelten alle Kinder einer Generation als Junge der gesamten Gemeinschaft und werden auch von allen erwachsenen Doulay erzogen, wobei die Erziehung vornehmlich von den Doulay-Os übernommen wird.
Hier ist wohl auch der Grund für das friedliche Zusammenleben der Gemeinschaften zu finden, die Doulay leben von Geburt an fest integriert in der Gemeinschaft des Dorfes.

(rs und engineer)

 


Hättest Du gewusst...

... dass die Berra eine Vorliebe für Trommelmusik haben?

... dass die Worisianna eine streng matriarchalische Gesellschaft sind?

... dass die Amoriben schreckliche Kannibalen waren?